Katze humpelt

Wenn Ihre Katze humpelt, gibt es viele mögliche Ursachen.

Katze humpelt: Was Sie sehen

Ihre Katze hebt die Pfote und humpelt? Auch, wenn sie die Pfote nur vorsichtig aufsetzt, starke Nickbewegungen mit dem Kopf macht oder beim Gehen sehr verkrampft wirkt, sind dies Hinweise auf Schmerzen beim Bewegen. Hat die Katze eine geschwollene Pfote und humpelt, ist das ein klares Zeichen für eine Verletzung. Vielleicht ist das Bein aber auch völlig schlaff, gelähmt und hängt zum Boden und die Katze humpelt auf drei Beinen.

Achtung: Viele Katzen sind enorm leidensfähig und hinken lange gar nicht, obwohl sie Schmerzen haben. Die Katze humpelt plötzlich? Bitte ernstnehmen!

Wenn die Katze humpelt: Mögliche Ursachen

Hier sind einige mögliche Auslöser dafür, dass Ihre Katze humpelt:

  • Sie wurde gebissen: Die weitaus häufigste Ursache für eine Lahmheit bei Katzen sind Bisse. Nicht immer kann man sie direkt sehen. Wenn sich die Katze etwas beruhigt hat, sollten Sie damit immer einen Tierarzt aufsuchen. Er kann die Wunde gründlich desinfizieren und so verhindern, dass sich ein Abszess (schmerzhafte Eiteransammlung) bildet.
  • Sie hat sich verletzt: Beim Sprung vom Zaun, beim Kampf mit einer anderen Katze, beim Zwängen durch ein Loch – Katzen bieten sich einige Möglichkeiten, sich zu verletzen. Von leichten äußeren Verletzungen, Stauchungen und Prellungen über Sehnenrisse bis hin zu Frakturen (Knochenbrüchen) ist alles möglich. Ihre Katze humpelt vorne oder hinten ohne sichtbare Verletzung? Es muss nicht unbedingt der untere, gut sichtbare Teil des Beins verletzt sein. Auch Stöße im Bereich der Schulter, der Hüfte oder des Rückens verursachen plötzliches Humpeln, sind aber nicht unbedingt gleich erkennbar.
  • Sie hat eine Erkrankung des Bewegungsapparates: Krankheiten, die die Gelenke, Knochen, Sehnen, Bänder, Muskeln und weiteren Strukturen des Bewegungsapparates betreffen, können die Bewegungsfähigkeit einschränken und/ oder Schmerzen verursachen. Hierzu zählen z.B. die Arthrose, eine fortschreitende Erkrankung der Gelenke, aber auch Tumoren (z.B. im Knochen) oder Erkrankungen der Ballen und Krallen.
  • Sie hat eine Erkrankung des Nervensystems: Wenn die Katze humpelt, müssen nicht immer Schmerzen der Auslöser sein. Eine eingeschränkte oder fehlende Funktion der Nerven, die das Bein steuern, kann ebenfalls das Gangbild stören. Solche Störungen entstehen durch z.B. Verletzung der Nerven (Knochenbruch, Sturz, Unfall), seltener durch Tumoren. Es gibt auch eine Reihe von Infektionserkrankungen und Stoffwechselstörungen, die die Nerven schädigen können. Je nach Ursache, bilden sich typische Symptome aus: Bei Diabetes laufen Katzen meist mit beiden Hinterbeinen durchtrittig, also nicht mehr nur auf den Pfoten, sondern auf dem gesamten unteren Teil des Beins. Ein geschädigter Nerv verursacht auch eher ein Schleifen-lassen des Beines als ein Humpeln. 

 

Ihre Katze humpelt: Hausmittel und Selbsthilfe

Wenn die Katze hinkt, neigt sie oft dazu, viel zu liegen und zu ruhen. Wenn das dazu führt, dass sie am nächsten Tag wieder fit ist und sie ansonsten gesund wirkt, ist das auch genau das Richtige. Lahmt das Tier hingegen dann immer noch und es stellt sich keine Besserung ein oder sehen Sie offene Wunden, schräg stehende Knochen o.Ä., gehen Sie auf jeden Fall zügig zum Tierarzt! Beim Schleifen von Gliedmaßen immer sofort zum Tierarzt.

Wurde Ihre Katze von einer Biene oder Wespe gestochen, suchen Sie den Stachel, ziehen ihn heraus und kühlen danach den Bereich. Kleine Wunden zu reinigen und zu desinfizieren, ist ebenfalls hilfreich. Finden sich Fremdkörper zwischen den Ballen, können Sie diese vorsichtig mit einer Pinzette entfernen, etwa kleine Steinchen oder Stacheln einer Hecke. Wurde die Haut verletzt – ebenfalls desinfizieren. Verhindern Sie, dass die Katze dort intensiv leckt und halten Sie sie drinnen, bis die Haut verheilt ist.

Bisswunden, Autounfälle, Fensterstürze und ähnliches gehören in die fachkundigen Hände eines Tierarztes! Gerade Bisswunden sehen oft oberflächlich klein aus, aber die in die Tiefe getragenen Bakterien können heftige Infektionen verursachen.

Achtung: Ein oder mehrere gelähmte Beine sind immer als Notfall zu betrachten!

Diagnose

In der Praxis wird Ihre Katze allgemein und speziell auf die Lahmheit hin untersucht. Dies gewährleistet, dass etwaige andere Symptome auch erkannt werden. Diese können auf die Herkunft des Humpelns hinweisen bzw. sind wichtig im weiteren Verlauf der Behandlung.

Manchmal ist es in der Tierarztpraxis schwer, den Gang einer Katze gut zu beurteilen, viele sitzen vor Angst starr in ihrem Korb. Bringen Sie daher gern Videos von der humpelnden Katze mit in die Praxis! Ebenso wichtig sind Ihre Beobachtungen: Ihre Katze humpelt mit der Vorderpfote, mit dem Hinterbein oder habe Sie das Gefühl, es sind mehrere Beine betroffen? Bewegt die Katze sich insgesamt weniger, meidet sie bestimmte Bewegungen? Hat sich ihr Verhalten ansonsten verändert, zeigt sie z.B. Unsauberkeit oder andere Verhaltensauffälligkeiten?

Wenn die Katze humpelt: Weiterführende Untersuchungen

Hat die Katze an bestimmten Punkten starke Schmerzen, kann es manchmal notwendig werden, sie für eine eingehende Untersuchung ein wenig zu sedieren oder in Narkose zu legen. Weiterführende Untersuchungen sichern eine Diagnose oder helfen weiter, wenn die bisherigen ergebnislos blieben. Dabei kommt dem Einsatz bildgebender Verfahren wie insbesondere des Röntgens und des Ultraschalls große Bedeutung zu. Auch Computertomographie (CT) und Kernspintomographie (MRT) werden gelegentlich nötig. Diese Geräte sind Praxen vorbehalten, die fachliche Expertise besitzen.

Des Weiteren kann bei Verdacht auf eine Gelenkproblematik das Gelenk punktiert werden: Dafür wird die Katze in eine Kurznarkose gelegt, der Gelenksbereich rasiert und desinfiziert. Mit einer sterilen Hohlnadel wird dann der Gelenkhohlraum zwischen den beteiligten Knochen punktiert und Gelenkflüssigkeit gewonnen. Bei Entzündungen ist diese verändert, es finden sich Entzündungszellen darin und sie hat eine andere Farbe und Konsistenz als gewöhnlich. 

Je nach Sitz des Problems und bei Verdacht auf einen Tumor, kann eine Knochenbiopsie hilfreich sein. Dafür wird in Narkose mit einer speziellen Nadel eine Probe aus dem Knochen entnommen.

Für Gelenkpunktion und Knochenbiopsie gilt, wie für alle Verfahren, bei denen invasiv gearbeitet wird (sprich: eine Körperbarriere überschritten), dass es im Einzelfall trotz fachgerechter Durchführung zu Komplikationen kommen kann, vor allem zu einer Infektion mit nachfolgender Entzündung. Im Übrigen ist für diese Diagnoseverfahren eine Narkose unumgänglich. Diese beinhaltet ebenfalls ein gewisses Risiko für die Katze. 

Ihr Tierarzt wird im Einzelfall mit Ihnen besprechen, welche Methode notwendig und sinnvoll für Ihre Katze ist!

Therapie

Die Behandlung der humpelnden Katze ergibt sich aus den gefundenen Auslösern und kann entsprechend vielseitig sein. Hier seien beispielhaft einige aufgeführt: 

Verletzungen werden behandelt, Wunden genäht, gebrochene Knochen gerichtet und stabilisiert. Schmerzmittelgaben lindern Schmerzen und Entzündungen. !Hat die Katze einen Knochenbruch, ist eine gewisse Schonung des Beins nötig, weswegen sie in ihrem Bewegungsradius eingeschränkt wird.

Die Behandlung der Arthrose bei der Katze ist als lebenslang zu betrachten und Sie als Besitzer brauchen ein wenig Ausdauer! Die Erkrankung kann leider nicht in dem Sinne geheilt werden. Ist die Katze aber richtig eingestellt, kann sie noch einen schönen Lebensabend verbringen. Lesen Sie hier mehr zur Arthrose bei Katzen.

Nervenschädigungen sind wieder ein Kapitel für sich: Leichte Schädigungen, deren Ursache behoben wurde, heilen oft mit der Zeit aus und werden mit Physiotherapie unterstützt. Möglicherweise bleiben leichte Einschränkungen zurück, aber das Bein erfüllt wieder seine Funktion. Liegen schwere Schäden vor, kann es sein, dass der Nerv nie wieder seine Arbeit aufnimmt. Was das im Einzelnen bedeutet, bespricht Ihr Tierarzt mit Ihnen.

Die Therapie von Tumoren orientiert sich an Art und Lage der Wucherung. Manchmal ist eine operative Entfernung ausreichend, ein anderes Mal folgen Bestrahlung und Chemotherapie. Finden Sie hier mehr zu Therapiemöglichkeiten bei Krebs.

 

Katze humpelt: Fazit

Wenn die Katze oder der Kater humpelt, kann von einer einfachen, leichten Verletzung bis zum lebensgefährlichen Tumor alles dabei sein. Daher: Bewahren Sie Ruhe, aber konsultieren Sie nicht zu spät Ihren Tierarzt!

 

©Anicura

 

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