Physiotherapie bei Hunden und Katzen

Physiotherapie ist ein sehr vielseitiges Gebiet. Bitte beachten Sie, dass daher nicht jeder unserer Standorte das gesamte Spektrum der Physiotherapie anbieten kann. Wenn Sie eine bestimmte Therapiemöglichkeit in Anspruch nehmen möchten, nehmen Sie gerne Kontakt zum Standort in Ihrer Nähe auf und klären Sie das genaue Leistungsspektrum.

Was ist Physiotherapie für Hunde?

Schon seit sehr langer Zeit wird die Physiotherapie in der Medizin eingesetzt. Die Physiotherapie für Tiere hat sich schon seit mehreren Jahren als anerkannte Form der Therapie etabliert. Auch in Deutschland erhält vor allem die Physiotherapie für Hunde einen immer höheren Stellenwert.

Die Physiotherapie befasst sich mit dem Bewegungsapparat von Mensch und Tier, also mit Knochen, Gelenken, Muskeln und Geweben. Ziel ist die Wiederherstellung derer Funktion sowie die Vorbeugung weiterer Schäden (z.B. bei Fehlstellungen der Gelenke, fehlerhafter Belastung durch falsche Körperhaltung etc.).

In einem lebenden Organismus beeinflussen sich alle Systeme gegenseitig und können daher nicht isoliert betrachtet werden. So hat die Physiotherapie auch Einfluss auf andere Körperfunktionen wie das Kreislauf-, Nerven- oder Lymphsystem.

Die Schmerzlinderung oder gar Schmerzfreiheit ist das wichtigste Ziel der Physiotherapie für den Hund und die Katze, da hierdurch die Lebens­qualität deutlich verbessert wird. Mit der Physiotherapie ist es möglich, Schmerzen zu lindern, bei entsprechen­den Erkrankungen, die Beweglichkeit, Koordination, Ausdauer und Leistungsfähigkeit zu verbessern, die Muskulatur zu kräftigen und ein verbessertes Gangbild zu er­reichen. Auch bei neurologischen Erkrankungen ist oftmals eine Besserung zu er­zielen. So ist es möglich, dass mit der Physiotherapie Hund und Katze mehr Lebensqualität erlangen.

Wann ist eine Physiotherapie sinnvoll/nötig?

Arthrose – Physiotherapie Katze & Hund

Eine bereits bestehende Arthrose (z.B. im Hüft- oder Ellbogengelenk) kann nicht geheilt werden. Jedoch können die Ab­bau- und Umbauprozesse des Gelenkes durch die Physiotherapie bei Hund und Katze aufgehalten bzw. verlangsamt werden. Auch der Allgemeinzustand Ihres Tieres kann sich verbessern.

Durch Fehlbelastungen kommt es bei diesen Erkrankungen zu Verspannun­gen bzw. Rückbildungen der Muskulatur. Verspannte Muskulatur bereitet auch unseren Vierbeinern Schmerzen. Daher ist es wichtig, durch eine Physiotherapie Hund und Katze Schmerzen zu nehmen, indem eine normale Muskelgrundspannung wieder­hergestellt wird. Bei zurückgebildeten Muskeln ist es dagegen wichtig, diese wieder aufzu­bauen, da sie dem Körper die nötige Stabilität verleihen und für koordinierte Bewegungen unverzichtbar sind.

Neurologische Erkrankungen

Bei neurologischen Erkrankungen, wie z.B. Bandscheibenvorfällen (Dackellähme, Cauda-Equina-Kompressionssyndrom, Wobbler-Syn­drom) oder Spondylosen bzw. Spondylarthrosen, ist die Physiotherapie für Hunde besonders sinnvoll, da es bei diesen Erkrankungen zu nervalen Ausfällen (z.B. Koor­dinations­problemen) bis hin zu Lähmungen kommen kann. Durch eine gezielte Therapie kann dem entgegengewirkt werden, z.B. mit Nervenstimulation und dem Wiedererlernen physiologischer Bewegungsabläufe.

Behandlungen vor und nach Knochen- und Gelenkoperationen

Schon vor Operationen ist es sinnvoll Physiotherapie einzusetzen, da durch die aufgebaute und gestärkte Muskulatur das Tier besser gestützt wird – und das obwohl sich ein Teil der Muskeln nach der Operation meist durch Schonhaltung wieder etwas zurückbildet.

Zur Rehabilitation nach einer Operation ist die Physiotherapie für Tiere natürlich be­sonders wichtig, damit keine Folgeschäden (wie Narbenverklebungen, Muskelverkürzungen und Ähnliches) auftreten. Nach Gelenks- bzw. Knochenoperationen müssen die betroffenen Glied­maßen oftmals über einen langen Zeitraum ruhig gestellt werden. Da die Muskulatur während dieser Zeit nicht genutzt werden kann, bildet sie sich innerhalb kürzester Zeit stark zurück. Durch die fehlende Bewegung des Ge­lenkes werden Bänder und Sehnen nicht mehr gedehnt und verkürzen sich. Muskeln und Bänder sind dann nicht mehr voll funktionsfähig. Aus diesem Grund ist es wichtig, nach der Ruhigstellung die in ihrer Beweglichkeit ein­geschränkten Gelenke zu mobilisieren und die Muskulatur durch gezielte Physiotherapie zu stärken.

Physiotherapie für den alten Hund

Für alte Tiere sind physiotherapeutische Maßnahmen sehr gut. Natürlich wird Ihr Hund dadurch nicht wieder zu einem jungen Hund, aber er wird doch viel mobiler, geistig gefördert und erhält dadurch mehr Lebensqualität.

Gewichtsreduktion

Des Weiteren kann die Physiotherapie für Hund und Katze auch unterstützend zur Gewichtsre­duktion eingesetzt werden. Das Gewicht spielt für die Schmerzsymptomatik eine wichtige Rolle. Jedes Gramm zu viel belastet Ihr Haustier zusätzlich.

Die Gelenke übergewichtiger Tiere sind ständig hohen Belastungen ausge­setzt. Dies führt auch bei einem genetisch nicht vorbelasteten Skelettsystem zu Druckstellen, Knochendeformationen und schon früh zu Arthrosen.

Ist dazu noch eine Hüftgelenk-, Ellbogendysplasie oder andere Knochen­fehlstellung vorhanden, besteht die Gefahr, dass die betroffenen Gelenke bereits in jungen Jahren Probleme bereiten. Diese Schmerz verursachenden arthrotischen Knochenveränderungen können hinausgezögert und in einigen Fällen sogar verhindert werden, wenn zum einen das Körpergewicht reduziert und zum anderen der Trainingszustand, d.h. die Bemuskelung des Tieres, verbessert werden.

Physiotherapie bei Tieren mit Narben

Narbengewebe ist unelastisch und zieht sich bei der Wundheilung zu­sammen. Sehr großflächige Narben bzw. Narben mit Gelenkbeteiligung können aufgrund der fehlenden Elastizität zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen führen. Durch eine ge­zielte Narbenmassage wird das Gewebe wieder elastisch.

Physiotherapie Katze und Hund – Weitere Therapiemöglichkeiten

Bitte kontaktieren Sie uns bezüglich unseres Therapieangebotes, hier finden Sie lediglich eine Übersicht aller Therapiemöglichkeiten der Tierphysiotherapie.

Manuelle Techniken

  • Therapeutische Massage
    Massagen bei Tieren werden ohne Öle und mit speziell angepassten Massagegriffen durchgeführt. Die therapeutischen Massagen entspannen Muskeln, lindern Schmerzen und verbessern das Allgemeinbefinden Ihres Tieres.
  • Passives Bewegen
    Hierbei bewegt der Therapeut die Gliedmaßen und Gelenke des Tieres. Eine Muskelaktivität vom Hund wird nicht gefordert. Die Therapieform dient der Mobilisation versteifter Gelenke und Dehnung kontrakter Weichteile.
  • Isometrische Spannungsübungen
    Hierbei handelt es sich um eine Art des Krafttraining für den Muskelaufbau und somit für eine bessere Stabilität der Gliedmaßen. Dabei spannt Ihr Tier seine Muskeln an ohne die Gelenke zu beanspruchen.

Gerätetherapie

  • TENS-Therapie (Elektrotherapie)
    Das TENS-Verfahren, Kurzform für transkutane elektrische Nervenstimulation, ist eine elektrische Therapieform, die mit Hilfe von Elektroden die Muskulatur Ihres Tieres stimuliert. Es zählt zu den sichersten und bequemsten Formen der Schmerztherapie mit hervorragender Wirkung.
  • Unterwasserlaufband
    Das Laufen auf dem Unterwasserlaufband entlastet die Gelenke, lindert Schmerzen und lässt oft überhaupt erst eine Bewegung des Tieres zu. So kann bei Lahmheiten, nach einem Bandscheibenvorfällen oder bei Arthrose die Muskulatur wieder aufgebaut werden.

Thermotherapie

  • Wärmetherapie
    Hot Packs, Wärmflaschen, warme Bäder und Rotlichtbestrahlung helfen bei Muskelverspannungen, nicht entzündlichen degenerativen Erkrankungen (Verschleißerkrankungen) des Bewegungsapparates (z.B. Arthrose) sowie bei chronischen Schmerzen.
  • Kältetherapie
    Kälte führt zur Muskelanspannung und be­wirkt eine Nervenstimulation. Deshalb macht diese Art der Physiotherapie Hund & Katze mit neurologischen Erkrankungen wieder gesund.

Lymphdrainage

Eine Lymphdrainage wird bei Erkrankungen angewandt, die mit Narbenver­härtungen und Ödemen einhergehen. Dies können Erkrankungen des Bewegungsapparates sein, aber auch Ödeme, die durch Lähmungen oder ver­minderte Aktivität, nach Operationen oder Verletzungen entstehen. Die Lymphdrainage wirkt gegen Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule, indem sie den Lymphabfluss verbessert und so den Druck auf das umliegende Gewebe mindert.

Wie oft sollte mein Hund / meine Katze zur Physiotherapie?

Oft wird eine Anzahl bestimmter Sitzungen vorausgesetzt, die wöchentlich oder alle paar Wochen angesetzt werden. Das kommt auf die Erkrankung Ihres Tieres und die Art der Physiotherapie an. Hierzu können wir Ihnen genaueres sagen, wenn wir uns persönlich ein Bild von Ihrem Tier und dessen Gesundheitszustand machen konnten. 

Was kostet eine Physiotherapie für Hunde?

Dazu gibt es leider keine pauschale Antwort. Was eine Physiotherapie beim Hund kosten darf, hängt vom Grund der Therapie ab sowie von der Anzahl der benötigten Therapie-Einheiten. Am besten lässt sich die Preisfrage in einem Gespräch, persönlich oder am Telefon, klären.

© AniCura

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