Augenlidtumore bei der Katze

Grundsätzlich sind Lidtumore bei der Katze häufiger bösartig (maligne) als beim Hund. Aus diesem Grund ist eine zeitnahe augentierärztliche Untersuchung sehr wichtig.

Augenlidtumore bei der Katze

Glücklicherweise treten Augenlidtumore seltener bei der Katze als beim Hund auf, denn leider verhält sich der Lidtumor bei der Katze meist bösartig (maligne), was aber nicht bedeutet, dass das Leben Ihrer Katze in Gefahr ist. Denn auch hier gilt -wie beim Lidtumor des Hundes- die Regel:

Je früher, desto besser!

Formen des Augenlidtumors bei der Katze

Am häufigsten treten bei Katzen Plattenepithelkarzinome am Augenlid auf. Besonders betroffen sind hiervon wenig pigmentierte Katzen (weiße Katzen). Plattenepithelkarzinome können sehr schnell sehr groß werden und erschweren dann die vollständige Entnahme. Auch Mastzelltumore können bei Katzen am Augenlid auftreten. Mastzelltumore bei Katzen sind nicht immer bösartig, aber können in seltenen Fällen sogar in die Lymphknoten oder andere Organe metastasieren.

Grundsätzlich sind Lidtumore bei der Katze häufiger bösartig (maligne) als beim Hund.

Aus diesem Grund ist eine zeitnahe augentierärztliche Untersuchung sehr wichtig.

Zu erwähnen sei auch, dass nicht jeder Knoten am Lid einer Katze einen Tumor darstellt. Es gibt Zysten (s. Abb. 2) oder auch Entzündungen/ Infektionen, beispielsweise durch einen Zeckenbiss, welche zu einer lokalisierten Schwellung am Lid führen können.

Therapie

In der Regel ist bei allen Lidtumoren die chirurgische Entfernung (Exzision) die Therapie der Wahl. Betrifft die Größe des Tumores mehr als 1/3 der Lidlänge, muss gegebenenfalls eine aufwändigere Entfernung durchgeführt werden, um den Tumor vollständig entfernen zu können. Beispielsweise können Anteile der ansonsten haarlosen Lippe als Lidersatz dienen (sog. lip-to-lid Plastik). Gegebenenfalls muss nach einer chirurgischen Entfernung des Lidtumors eine Bestrahlungstherapie oder in selteneren Fällen eine Chemotherapie erfolgen. Alle entfernten Umfangsvermehrungen am Auge sollten pathologisch untersucht werden, um eine genaue Prognose über den weiteren Verlauf und ggf. weitere Behandlungen einschätzen zu können.

Die Heilungsdauer beträgt je nach Größe des Tumors und durchgeführter OP-Technik 10-14 Tage. In dieser Zeit muss ein Halskragen getragen werden, Schmerzmittel und antibiotische Augentropfen verabreicht werden.

Abb.1.: Großer Lidtumor bei einer Britisch Kurzhaarkatze. Das Auge ist aufgrund des Tumors entzündet, zeigt eine Rötung und eitrige Sekretion.

Abb.2.: Harmloses apokrines Hidrokystom (Hidrozystom) einer Katze (siehe Pfeil). Hierbei handelt es sich um eine Zyste einer Schweißdrüse. Perserkatzen sind in diesem Fall überrepräsentiert. Meist muss diese Zyste gar nicht operiert werden, ansonsten empfiehlt sich die Entfernung per LASER.

© Teresa Keiditsch,Tierärztin, Zusatzbezeichnung Augenheilkunde, AniCura Tierärztliche Spezialisten Hamburg, November 2017