Juckreiz beim Hund

Juckreiz beim Hund äußert sich sehr unterschiedlich und hat vielfältige Ursachen. Kratzen, beißen und knabbern im Fell sowie übermäßiges belecken sind Zeichen von Juckreiz. Auch wälzen am Boden und rutschen am After, auch als „Schlitten fahren“ bezeichnet, sind gängige Symptome. Jeder weiß, dass Juckreiz sehr unangenehm bis quälend sein kann.

Um ihrem Hausgenossen unnötiges Leiden zu ersparen, sollen Hunde mit Juckreiz frühzeitig beim Tierarzt vorgestellt werden. Je früher eine Diagnose gestellt und eine spezifische Behandlung eingeleitet wird, umso geringer ist das Risiko, dass die Erkrankung chronisch und somit auch schwer behandelbar wird. 

Mögliche Ursachen

Ektoparasiten wie Flöhe, Läuse, Milben, Haarlinge, sowie bakterielle Hautinfektionen oder Pilze und vor allem Allergien sind die häufigsten Ursachen für Juckreiz. Ein erster diagnostischer Schritt ist der Ausschluss von Hautparasiten, da diese relativ einfach zu behandeln sind.

Tierärztliche Behandlung

Die Parasiten können zum Teil direkt nachgewiesen werden. Der Nachweis erfolgt entweder durch mikroskopische Untersuchung einer Abklatschprobe mit einem Klebeband, durch bürsten mit dem Flohkamm oder auch  durch leichtes quetschen und abschaben der obersten Hautschicht mit mikrokopischer Beurteilung, einem sogenannten Hautgeschabsel. Bakterien und Pilzinfektionen werden durch Abklatschpräparate, Färbung und nachfolgende mikroskopische  Untersuchung oder durch Ansetzen einer Kultur nachgewiesen. Das Ergebnis der bakteriologischen Kultur liegt nach etwa 3 Tagen vor, bei Pilzkulturen nach etwa 10 Tagen. Erste Hinweise ergibt die Zytologie, also die mikroskopische Beurteilung von Zellabstrichen, die oft auch die rasche Identifizierung von Mikroorganismen ermöglicht . Hat der Tierarzt nun Parasiten oder Infektionen als Ursache für den Juckreiz ausgeschlossen, folgt als nächster Schritt die Abklärung einer möglicherweise zugrundeliegenden Allergie. Allergien sind  Erkrankungen mit Juckreiz als Hauptsymptom, denen eine genetische Veranlagung  zu Grunde liegt. Das Immunsystem reagiert „überempfindlich“, ist also zu aktiv anstatt harmlosen Stoffen in der Umwelt oder im Futter mit „Immuntoleranz“ zu begegnen.

Was können Sie als Tierbesitzer machen?

Mit einem Flohkamm können Sie selbst  im Fell nach Läusen, Flöhen oder Haarlingen suchen. Andere häufig vorkommende Parasiten leben in den tieferen Hautschichten und oder sind sehr klein. Um diese Parasiten nachzuweisen braucht man ein Mikroskop. Eine regelmäßige Prophylaxe gegen Parasiten ist in den meisten Fällen zu empfehlen, die richtigen, gut verträglichen und aktuell wirksamen Mittel hat ihr Tierarzt vorrätig . Bleibt der Juckreiz trotz Anwendung von Antiparasitika bestehen, so ist ein Besuch beim Tierarzt  anzuraten. 

© Univ. Lektor Dr. Otto W. Fischer, AniCura Tierklinik Korneuburg, August 2016