Ellbogengelenksdysplasie (ED) des Hundes

Die Ellbogengelenksdysplasie (ED) ist weit verbreitet und eine der häufigsten Ursachen für eine Vorderhandlahmheit beim Hund.

Allgemeine Beschreibung

Die häufigsten Krankheitsbilder der ED sind der Fragmentierte Processus coronoideus medialis (FCP), die Ostechondrosis dissecans (OCD) und der isolierte Processus anconeus (IPA). Es sind vor allem Labrador Retriever, Berner Sennenhunde, Rottweiler, Golden Retriever und Schäferhunde betroffen. Allerdings kann vor allem der FCP bei Hunden aller Rassen und Größen auftreten, so bleiben leider auch Mischlinge nicht davon verschont.

Symptome

Die ersten Symptome von FCP und OCD treten in der Regel im Alter von ca. 7 Monaten auf, aber auch ältere Hunde können betroffen sein. Der IPA wird oft bereits im Alter von 5 Monaten klinisch auffällig, hier gilt ebenfalls, dass auch deutlich ältere Tiere mit Problemen vorgestellt werden können. Die betroffenen Tiere zeigen typischerweise Lahmheiten, wobei nicht selten beide Vordergliedmaßen betroffen sind und die Lahmheit damit nicht immer leicht zu erkennen ist.

Diagnostik

Zur Diagnosestellung dient in erster Linie die klinische Untersuchung. Die Tiere zeigen eine Lahmheit der betroffenen Gliedmaße, der Ellbogen ist schmerzhaft (dolent) bei Manipulation, vor allem die Streckung ist schmerzhaft. In aller Regel fällt eine deutliche Füllung des Gelenks auf.

Zur weiteren Abklärung und Diagnosestellung von FCP und OCD eignen sich Röntgen, Computertomographie (CT) und Arthroskopie. Oft ist eine Kombination der verschiedenen Methoden nötig. Ein IPA ist im Röntgenbild eindeutig zu diagnostizieren.

Therapie

Die Therapie findet im Falle eines FCPs oder einer OCD arthroskopisch oder arthrotomisch statt. Der Vorteil einer Arthroskopie gegenüber einer Arthrotomie ist die deutlich geringere Invasivität und die bessere Beurteilbarkeit des Gelenks. In beiden Fällen (FCP und OCD) werden lose Knorpel-Knochenfragmente entfernt. Der IPA wird mittels Arthrotomie behandelt, bei sehr jungen Tieren kann der Processus anconeus fixiert werden, oft muss er aber entfernt werden.

In allen Fällen muss nach der Operation Leinenzwang für circa 6 Wochen eingehalten werden, außerdem bekommen die Hunde entzündungshemmende Medikamente.

Prognose

Die Prognose bei Ellbogenerkrankungen kurzfristig ist gut, langfristig ist sie leider vorsichtig. Die Tiere entwickeln fast immer Arthrose und zeigen früher oder später in Ihrem Leben wieder Probleme mit dem betroffenen Ellbogen.

Wann sollte man den Tierarzt kontaktieren?

Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Lahmheiten oder Schmerzen sollte Ihr Tier einem Tierarzt vorgestellt werden.

© Frau Dr. Nikola Medl, Diplomate ECVS, AniCura Kleintierklinik Babenhausen, Oktober 2016