Babesiose beim Hund

Bei der gefährlichen Zeckenkrankheit Babesiose (Hundemalaria) werden die roten Blutkörperchen von Blutparasiten zerstört unbehandelt führt die Erkrankung zum Tod des Hundes.

Kaum gibt es die ersten warmen Tage, kommen auch schon die Zecken zum Vorschein und mit ihnen die durch Zecken übertragenen Krankheiten.

Eine davon ist die Babesiose (auch „Hundemalaria“ genannt)! Da sie Malaria-ähnliche Symptome verursachen, wird die Erkrankung landläufig als „Hunde-Malaria“ bezeichnet. Eine gefährliche Erkrankung, die inzwischen auch immer häufiger in Teilen Deutschlands, Österreich und der Schweiz auftritt. Während der Mensch sich bei Spaziergängen in Feld, Wald und Wiesen durch lange Ärmel und Hosen schützen kann, müssen Hund und Katze mit chemischen Mitteln vor Zeckenbefall bewahrt werden.

Erreger

Sie wird durch die mikroskopisch kleinen Parasiten Babesia canis oder Babesia gibsoni verursacht, die von infizierten Zecken übertragen werden. Es handelt sich um Erreger, die ausschließlich die roten Blutkörperchen befallen. Die Auwaldzecken müssen in der Regel 24 Stunden saugen, bevor sie die Babesien mit dem Speichel auf den Hund übertragen. Inzwischen kommt die Auwaldzecke nicht nur in Italien, Frankreich und Ungarn vor, sondern auch in Österreich, Deutschland, Schweiz und Polen.

Symptome

Da es unterschiedliche Babesien Speziestypen gibt, kann es auch unterschiedliche Ausprägungen im Krankheitsverlauf geben.

Nach einer Inkubationszeit von 1-3 Wochen treten die ersten Symptome auf: Die meisten Hunde erkranken plötzlich an hohem Fieber (bis 42° C), fressen nichts mehr, sind ruhiger und matt. Hinzu kommen blasse Schleimhäute (Maul und Augen) und dunkelbraun verfärbter Harn. Die Erreger zerstören die roten Blutkörperchen und führen dazu, dass zum einen somit weniger rote Blutkörperchen zur Verfügung stehen, zum anderen, dass die Schleimhautfarbe gelb wird (Blutfarbstoff wird frei). Ist das Nervensystem mit betroffen, können Lähmungserscheinungen, epileptische Anfälle und Bewegungsstörungen auftreten.  

Es müssen jedoch nicht immer alle Symptome auftreten!

Bei der chronischen Babesiose sind die Hunde schwach, abgemagert und zeigen immer wieder Fieberschübe.

Durch die Zerstörung der roten Blutkörperchen findet kein Sauerstofftransport mehr im Körper statt. Unbehandelt führt die Babesiose zum Tod des erkrankten Hundes!

Diagnose

Zur eindeutigen Diagnose ist eine Blutabnahme des Hundes notwendig, anschließend gibt es verschiedene Untersuchungsverfahren.

Mikroskopische Untersuchung

Es wird ein dünner Blutausstrich angefertigt und unter dem Mikroskop untersucht

Molekulare Diagnostik

Das genetische Material der Babesien wird untersucht und die Babesienarten können unterschieden werden

Serologie

Erst zwei Wochen nach einer Infektion kann man die Reaktion des Körpers mit spezifischen Antikörpern nachweisen

Therapie

Es gibt ein Medikament zur Injektion, welches die Babesien abtötet.

Je schneller der Hund das Medikament gegen die Babesien erhält, umso schneller wird er wieder gesund und hat keine Folgeschäden z. B. an den Nieren, der Leber oder Probleme mit der Blutgerinnung. Sind bereits zu viele rote Blutkörperchen durch die Babesien zerstört worden, kann auch eine Bluttransfusion notwendig sein!

Prophylaxe

Regelmäßige Zeckenprophylaxe durch entsprechende Präparate und zusätzliches Absuchen des Hundes nach dem Spaziergang auf Zecken.

© Dipl. Tierärztin Britta Witz, Kleintierklinik Breitensee, April 2018