Uveitis ist eine Entzündung der Regenbogenhaut und/oder Ader-/Netzhaut im Auge. Diese ist eine Reaktion auf eine "Störung" im Auge und keine ursächliche Erkrankung. Auch als Folge einer körperlichen Erkrankung kann eine Uveitis auftreten und betrifft dann ein oder beide Augen.

Ursachen

1. Vom Immunsystem ausgehend (idiopathische (eigenständige) immumediierte Uveitis)

Die ist mit 85% die häufigste Form. Die Ursache kann oft - trotz weit reichender diagnostischer Tests - nicht ausgemacht werden. Bei dieser Erkrankung reagiert das Abwehrsystem (Immunsystem) des Körpers gegen die Aderhaut. Aus unerklärlichen Gründen greift sich der Körper gewissermaßen selbst an.

Entzündungshemmende Medikamente sind, lokal wie oral, über einen längeren Zeitraum, manchmal auch dauerhaft angezeigt.

2. Infektiös

Zahlreiche Infektionserkrankungen beim Hund (Reisekrankheiten wie Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose etc.) und der Katze (FIV, FeLV, FIP, Toxoplasmose, Bartonellose) können zu einer Uveitis führen. Weitergehende Blutuntersuchungen sind hier notwendig.

3. Tumorös

Sowohl Tumoren im Auge als auch Tumoren im Körper (z.B. Lymphdrüsenkrebs) können zu einer Uveitis führen. Auch hier sind weiterführende Untersuchungen (Blutuntersuchung, Ultraschall, Röntgen  etc.) angezeigt.

4. Traumatisch (Schlag, Stoß)

Stumpfe oder perforierende Verletzungen des Auges können die empfindlichen Strukturen im Auge deutlich schädigen. Die entstehende Uveitis kann das vordere Augensegment (Uveitis anterior) oder zusätzlich das hintere (Uveitis posterior) betreffen. Je nach Grad des Traumas ist eine Therapie erfolgreich. Mäßige Traumata haben i.d.R. eine günstige Prognose.

5. Linseninduzierte Uveitis

Wenn ein Grauer Star (Linsentrübung) weit fortgeschritten ist, kommt es zum Austritt von Linseneiweiß in das Auge. Dieses Eiweiß regt das Immunsystem zur Abwehr an, welches zu einer Entzündung (Uveitis) führt. Bei jungen Tieren und solchen, bei denen der Star schnell fortschreitet (Zuckerkrankheit) ist dies stärker ausgeprägt. Wenn die Linsenkapsel reißt und große Mengen Linseneiweiß frei werden, kann es vorkommen, dass das Auge auf die Therapie nicht reagiert. Beim Kaninchen führt die Infektion mit einem einzelligen Parasit (Enzephalitozoon cuniculi) zu einer starken Eintrübungen der Linsen mit Linsenkapselruptur. Eine Blutuntersuchung kann Aufschluss über den Infektionsstatus des Kaninchens liefern.

Ein Augenüberdruck, sog. Glaukom oder Grüner Star kann nach einer Uveitis entstehen.

Bei der Therapie muss sich einerseits nach der auslösenden Ursache gerichtet werden, andererseits die Symptome bekämpft werden.

 

© Dr. Jens Linek, FTA Chirurgie, Zusatzbez. Augenheilkunde, AniCura Tierärztliche Spezialisten Hamburg, Oktober 2016