Tollwut ist eine anzeigepflichtige Krankheit, die durch Rhabdoviren übertragen wird und auch auf den Menschen übertragbar ist.

In unseren Breiten ist für Hunde und Katzen der Fuchs die häufigste Infektionsquelle, da er das hauptsächliche Virusreservoir darstellt („terrestrische Tollwut“). Hunde und Katzen wiederum sind die Ansteckungsquelle für den Menschen. Der letzte Tollwutfall trat 2006 in Deutschland bei einem Fuchs auf. Dies ist das erfolgreiche Ergebnis der bis 2008 durchgeführten Immunisierung der Füchse durch Köder. Deutschland hat momentan den offiziellen Status  „tollwutfrei“. Haus- und Wildtiere, insbesondere Füchse, werden jedoch weiterhin überwacht.

Neben Deutschland erlangten auch die Schweiz, die Niederlande, Italien, Luxemburg, Frankreich, Belgien, Spanien (nicht die nordafrikanischen Exklaven Mellila und Ceuta), Portugal, Großbritannien, Irland, die skandinavischen Länder sowie die Tschechische Republik den Status „tollwutfrei“, d.h. frei von terrestrischer Tollwut.

In Europa (auch in Deutschland) wird die weiterhin immer wieder auftretende Fledermaustollwut durch andere Rhabdoviren verursacht. Wichtig ist zu wissen, dass in anderen Ländern wie z.B. Amerika auch andere Tiere wie Stinktiere, Waschbären, Fledermäuse und Füchse die Hauptreservoire der klassischen Tollwut sind.

Die Übertragung des Tollwutvirus erfolgt durch Biss eines infizierten Tieres, da das Virus in großer Menge mit dem Speichel ausgeschieden wird.

Nach einer Inkubationszeit in der Regel von 3-8 Wochen, teilweise aber bis zu Jahren, kann es zum Ausbruch der klinischen Symptome kommen.

Zu Beginn der Erkrankung verlieren mit dem Tollwutvirus infizierte, wildlebende Tiere oft ihre Scheu vor den Menschen. Daher sollte man z.B. Fledermäuse immer, wenn notwendig, nur mit Lederhandschuhen anfassen.

Bei unseren Haustieren zeigen sich folgende Symptome: zuerst ist das Tier im Verhalten verändert  (z.B. Angstzustände, Nervosität), im weiteren Verlauf folgen dann aggressives Verhalten und Unruhe, bevor im letzten Stadium der Krankheit Lähmungserscheinungen auftreten. Einmal ausgebrochen, endet die Krankheit immer tödlich. Therapieversuche sind verboten.

Bei der Äußerung des Verdachts einer Tollwuterkrankung ist die Tötung mit nachfolgender pathologischer Untersuchung zu veranlassen, da die Krankheit am lebenden Tier nicht eindeutig diagnostizierbar ist.

Daher ist es auch weiterhin dringend ratsam, für einen gültigen Tollwutschutz von Hund und Katze zu sorgen. Dies ist ganz einfach durch Impfung möglich. Momentan ist ein dreijähriges Impfintervall gültig.

 

© Dr. Christine Nees, AniCura Kleintiermedizinisches Zentrum Dr. Nees, Juli 2017