Räudemilben sind Parasiten die in den oberflächlichen Schichten der Haut leben und dadurch Juckreiz und Hautausschläge verursachen können.

Was sind Räudemilben?

Es gibt verschiedene Arten. Bei Hunden und Katzen in Deutschland sind Raubmilben (Cheyletiella) und Herbstgrasmilben (Trombicula), Ohrmilben (Otodectes) häufig; bei Hunden außerdem Grabmilbe (Sarcoptes). Haarfollikelmilben (Demodex) werden hier nicht behandelt.

Sarcoptes

Diese Milben können mit dem bloßem Auge nicht gesehen werden. Die Weibchen bohren Gänge in die oberflächlichen Hautschichten und legen dort ihre Eier ab. Sie werden durch direkten Kontakt mit anderen Hunden oder Füchsen, oder von der Umgebung, in der sich zuvor infizierte Hunde oder Wildtiere aufgehalten haben übertragen. Viele Hunde entwickeln eine allergische Reaktion auf die Milben und zeigen dann oft sehr starken Juckreiz. Es gibt jedoch auch so genannte Träger-Tiere, die selber keine Symptome haben, die Milben aber auf andere Hunde übertragen können.

Cheyletiella

Diese Milben leben sehr oberflächlich und können manchmal als winzige, sich bewegende Schuppen mit dem bloßem Auge gesehen werden. Sie befallen va. Hunde, Katzen und Kaninchen. Der Schweregrad des Juckreizes ist dabei sehr unterschiedlich, so dass manchmal nur Schuppen auffallen.

Herbstgrasmilben

Die Larven dieser Milben leben in verwesendem Grünzeug und können Tiere an Kontaktstellen befallen wenn diese sich dort hinlegen. Sie kommen in manchen Regionen (z.B. in vielen Teilen Bayerns) va. im Sommer/Herbst gehäuft vor und in anderen gar nicht. Bei genauem Hinsehen kann man die Milben manchmal als sehr kleine rote Punkte sehen. Am häufigsten findet man sie in der Haut zwischen den Zehen, der Ohrfalte und anderen wenig behaarten Stellen, die mit dem Boden Kontakt haben.

Ohrmilben

Diese Milben befallen den äußeren Gehörgang bis zum Trommelfell. Sie kommen besonders häufig bei jungen Tieren (va. Katzen) vor. Die Tiere schütteln dann häufig den Kopf, kratzen die Ohren und haben Ohrenschmalz, das wie Kaffee-Satz aussieht. In seltenen, schwerwiegenden Fällen ist auch die Haut im Gesicht betroffen.

Sind die Milben auch für den Menschen ansteckend?

In seltenen Fällen können die Milben auch Menschen befallen. Meist reicht es jedoch die Tiere und bei manchen Milbenarten auch die Umgebung zu behandeln.

Wie kann man Räudemilben diagnostizieren?

Räudemilben oder deren Eier kann man mit etwas Glück in einem Hautgeschabsel oder Tesafilm-Präparat finden, Ohrmilben auf einem Paraffin-Präparat. Für Sarcoptesmilben gibt es auch einen Bluttest, der Antikörper gegen die Milben nachweist. Da diese Antikörper jedoch lange erhalten bleiben, können sie auch von einer zurückliegenden stillen Infektion stammen.

Findet man die Milben jedoch nicht unter dem Mikroskop, so ist dies kein Beweis, dass sie nicht die Probleme verursachen, da sie teilweise recht schwer zu finden sind. Besonders die Grabmilben findet man nur bei einem Drittel der betroffenen Hunde. So dass häufig eine diagnostische Therapie durchgeführt werden muss um sicher zu sein, dass keine Milben die Probleme verursachen bevor aufwendigere Verfahren, wie eine Allergieaufarbeitung vorgenommen werden.

 

© Dr. Ursula Mayer, Dipl.ECVD, AniCura Kleintierspezialisten Augsburg GmbH Juli 2017