Was hat ein starker Speichelfluss bei meinem Hund/ meiner Katze zu bedeuten?

Tiere speicheln grundsätzlich viel mehr als Menschen. Das ist auch wichtig, denn das Einspeicheln des Futters macht es für die Nahrungsaufnahme gleitfähig. Außerdem schützt das Sekret die Mundschleimhaut vor dem Austrocknen. Je nach Rasse ist das ständige Speicheln sogar völlig normal, wie z.B. bei Bernhardinern, Neufundländern oder Boxern.

Speichelfluss bei Hund und Katze bietet ohne weitere Symptome meist keinen Grund zur Sorge. Der Speichelfluss tritt jedoch plötzlich und übermäßig auf, ohne dass Ihr Tier einer viel speichelnden Rasse angehört? Das kann verschiedene Ursachen haben, die teils medizinisch abgeklärt und behandelt werden müssen. Im Folgenden erfahren Sie, was den Speichelfluss bei Hund und Katze anregt, was Sie selbst dagegen tun können, und wann Sie einen Tierarzt konsultieren sollten. 

Speichelfluss bei Hund und Katze – Mögliche Ursachen

Hitze 

Hunden kann es schnell zu warm werden. Gerade Rassen mit einer kurzen Schnauze (z.B. Mops oder Bulldogge) beginnen bei höheren Temperaturen schnell zu speicheln. Hier gilt es, Ihren Vierbeiner nicht länger als nötig den warmen Sonnenstrahlen auszusetzen und ihm genügend Wasser zu trinken zu geben. 

Angst und Stress

Bei Angst, Aufregung, Nervosität und Stress neigen Tiere ebenfalls zu einer erhöhten Speichelproduktion. Tritt der starke Speichelfluss bei Ihrem Hund z.B. während des Autofahrens auf, so macht ihm diese Situation höchstwahrscheinlich Angst oder bereitet ihm Stress. Tiere sollten generell langsam an das Autofahren gewöhnt werden. Sie können z.B. Ihren Hund öfter in den Wagen setzen, ohne loszufahren. So kann er sich an die Umgebung gewöhnen und die Aufregung nimmt nach und nach ab. Speichelt Ihr Vierbeiner sehr viel, wenn er mit Artgenossen spielt, kann auch das Stress oder Aufregung für ihn bedeuten. 

Fremdkörper im Maul

Eine der häufigsten Ursachen für starken Speichelfluss bei Hund und Katze sind kleine Knochen-, Holzstückchen, Fischgräten oder Ähnliches, die sich zwischen den Zähnen festgesetzt haben. Überprüfen Sie das Maul auf Fremdkörper und entfernen Sie diese vorsichtig. Wenn Sie Bedenken haben, Ihrem Tier dabei weh zu tun oder zu verletzen, lassen Sie die Fremdkörper von einem Tierarzt beseitigen. 

,,Hindernisse’’ in der Maulhöhle

Dazu gehören z.B. Schwellungen oder Tumore. Diese verhindern, dass das Tier den Speichel schlucken kann. Das Sekret sammelt sich daher in der Mundhöhle an und läuft schließlich aus dem Maul heraus. Wenn Sie Schwellungen und Ähnliches im Maul Ihres Haustieres entdecken, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.  

Probleme mit Zahn und Zahnfleisch 

Sämtliche Unstimmigkeiten mit Zahn und Zahnfleisch lösen automatisch vermehrtes Speicheln aus. Dazu gehören entzündetes Zahnfleisch sowie abgebrochene, lockere oder faule Zähne. Sehen Sie sich das Maul Ihres Vierbeiners genau an. Weitere Symptome neben dem vermehrten Speichelfluss sind beim Hund und bei der Katze starker Mundgeruch und die Verweigerung des Futters aufgrund von Schmerzen. 

Geruch und Geschmack von Futter

Die Gabe von Futter, besonders solches, welches stark riecht oder schmeckt, regt ebenfalls die Speichelproduktion an. Haben Sie in letzter Zeit neues Futter ausprobiert und es treten keine weiteren Symptome auf? Dann ist das Futter höchstwahrscheinlich die Ursache. 

Medikamente

Muss Ihr Hund oder Ihre Katze Medikamente einnehmen? Erhöhter Speichelfluss beim Hund ist eine häufige Nebenwirkung verschiedener Präparate. Lesen Sie sorgfältig die Beipackzettel oder fragen Sie Ihren Tierarzt. 

Erkältung 

Sind Hunde und Katzen erkältet, weisen sie einen vermehrten Speichelfluss auf. Das ist eine normale Reaktion des Körpers. 

Übelkeit

Vermehrte Speichelsekretion tritt oft als Begleiterscheinung bei Übelkeit und Erbrechen auf. 

Entzündung der Speicheldrüsen

Speicheldrüsen werden bei einer Entzündung zur zusätzlichen Speichelproduktion angeregt. Hier sollte ein Tierarzt Ihren Hund bzw. Ihre Katze untersuchen. 

Vergiftung 

Eine erhöhte Speichelsekretion tritt bei einer Vergiftung als Symptom auf. Wenn neben  Speicheln auch Erbrechen, Zittern, Krämpfe oder sogar Bewusstlosigkeit auftreten, sollten Sie umgehend eine Tierarztpraxis aufsuchen. Geben Sie zuvor telefonisch über Ihr Eintreffen Bescheid, sodass Behandlungsmaßnahmen rechtzeitig vorbereitet werden können. 

Weitere Gründe

Es gibt selbstverständlich noch weitere Ursachen einer übermäßigen Speichelproduktion. Wenn Sie sich der Ursachen unsicher sind oder weitere Symptome auftreten, sollte der Speichelfluss bei Hund und Katze stets ärztlich untersucht werden. 

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