Hornhauterkrankung - Endotheldystrophie

Bei der Endotheldystrophie handelt es sich um eine Erkrankung der Hornhaut. Die Hornhaut (Kornea) besteht aus mehreren Schichten, wobei die innerste Schicht Endothel heißt.

Was passiert bei der Endotheldystrophie?

Die Hornhaut wird durch kleine Pumpen kontinuierlich entwässert, um stets dünn und transparent zu bleiben. Bei der Endotheldystrophie gehen diese Pumpen kaputt und es sammelt sich Wasser in der Hornhaut an. Sie quillt auf. Dies kann ein im Alter auftretendes krankhaftes Geschehen sein. Bei bestimmten Rassen (Dackel, Dt. Kurzhaar) ist dies bekannt. Grundsätzlich kann diese Erkrankung aber alle Rassen und jeden Alters betreffen. Bei Menschen gibt es eine ähnliche Erkrankung (sog. Fuchs-Dystrophie). 

Welche Symptome zeigt mein Tier bei dieser Erkrankung?

Typischerweise fällt zunächst eine bläuliche Trübung einer oder beider Augen an einer bestimmten Stelle oder diffus verteilt auf. Im Verlauf der Erkrankung schwillt die Hornhaut mehr an und wird trüber. Nachfolgend können Blasen auf der Hornhaut entstehen, die aufplatzen und Schmerzen verursachen. Da zeigt Ihr Tier ein Kneifen des Auges, Juckreiz und/oder eitrige Sekretion.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Um weiteres Aufquellen der Hornhaut zu verhindern, werden hyperosmotische Augentropfen verabreicht. Falls schmerzhafte Hornhautdefekte vorliegen, wird zusätzlich lokal ein Antibiotikum verabreicht. Sollten die Hornhautdefekte trotz medikamenteller Therapie nicht heilen und das Auge weiterhin schmerzhaft sein, empfiehlt sich ein chirurgisches Vorgehen:

  1. Abtragung der Hornhaut mittels Diamond Burr Keratotomie (DBK) und Gitterkeratekomie
  2. Verödung der Hornhaut mittels Wärmeenergie (Thermokeratoplastik)
  3. Anbringen eines kompletten oder partiellen Bindehauttransplantates (Gundersen-Flap)

Ob, und wenn ja, welche operative Maßnahme erforderlich ist, wird mit Ihnen genau nach einer gründlichen Augenuntersuchung besprochen.

Grundsätzlich ist diese Erkrankung nicht heilbar und erfordert eine lebenslange Therapie mit Augentropfen. Auch die Wundheilung bei chirurgischen Eingriffen an der Hornhaut ist bei diesen Patienten, verglichen mit gesunden, verlängert.

© Teresa Keiditsch,Tierärztin, Zusatzbezeichnung Augenheilkunde, AniCura Tierärztliche Spezialisten Hamburg, Oktober 2016