Futtermittelunverträglichkeit

Bei der Futtermittelunverträglichkeit handelt es sich um eine abnorme Reaktion auf Futter oder Futterzusätze.

Was ist eine Futtermittelunverträglichkeit bei Hund und Katze?

Bei der Futtermittelunverträglichkeit handelt es sich - im Gegensatz zur Futtermittelallergie - um eine nicht vom Immunsystem ausgehende, abnormale Reaktion auf Futter oder Futterzusätze. 
Ihr geht keine vorherige Sensibilisierungsphase voraus, sodass also schon beim Erstkontakt Krankheitssymptome auftreten können. 
Die Futtermittelintoleranz kann verschiedenen Ursprungs sein (z.B. durch Enzymmangel bedingt).
Klinisch sind die Futtermittelunverträglichkeit und die Futtermittelallergie, die zu einer unkontrollierten Reaktion des Immunsystems führt, nicht zu unterscheiden. 

Was sind die Symptome eine Futtermittelunverträglichkeit?

Das Hauptsymptom der Futtermittelunverträglichkeit bzw. auch der Futtermittelallergie ist Juckreiz (mit oder ohne begleitend auftretenden Hautveränderungen). Daneben kann es auch häufig zu Magen-Darm Symptomen kommen (wie z.B. Erbrechen, Durchfall). 

Wie wird eine Futtermittelunverträglichkeit festgestellt?

Als „Goldstandard“ in der Diagnostik gilt momentan eine Eliminationsdiät (Ausschlussdiät), wo lediglich eine Eiweiss und Kohlenhydratquelle gefüttert wird. Nach einem bestimmten Zeitraum wird dann eine neue Quelle hinzugefügt und überprüft, ob und wie der Körper darauf reagiert (Provokation). 

Wie wird eine Futtermittelunverträglichkeit therapiert?

Die Therapie dieses Krankheitsgeschehens besteht zunächst aus der Therapie von Folgeinfektionen (wie z.B. Bakterien oder Pilzen) und zurzeit ausschließlich in der Vermeidung der auslösenden Ursache.  

Welche Arten von Futtermittelintoleranzen gibt es?

Die Futtermittelintoleranz kann idiosynkratischen, metabolischen, pharmakologischen oder toxikologischen Ursprungs sein: 

  1. Futtermittelidiosynkrasie = ist eine auf die Menge bezogene, abnorme, oftmals individuelle Reaktion, die klinisch einer Futtermittelallergie ähnlich ist, aber keinen immunologischen Ursprung hat. Sie wird durch eine unspezifische Mastzellendegranulation - ausgelöst durch Histamin freisetzende Faktoren - oder durch histaminreiches Futter verursacht. 
  2. Eine metabolische Futtermittelreaktion wird durch einen Effekt oder Defekt im Stoffwechsel des Empfängers verursacht, z. B. bei primären gastrointestinalen Erkrankungen oder bei einem Mangel am Enzym Laktase (Laktoseintoleranz).
  3. Die pharmakologische Futtermittelreaktion führt zu einer medikamentenähnlichen oder pharmakologischen Wirkung des Futters im Patienten, was in einer gegensätzlichen Reaktion resultiert (wie z. B. Schokoladenvergiftung durch Methylxanthine). 
  4. Futtermittelintoxikation = direkte nicht - immunologische Reaktion auf Futter oder Reaktion auf im Futter enthaltenen Toxinen (z. B. Mykotoxine, Botulinumtoxin oder Alkaloide in Zwiebeln und Knoblauch). 

 © Mag. Jasmin Zechner, Kleintierklinik Breitensee, Februar 2018