Die Narkoseüberwachung sorgt dafür, dass ein Tier mit möglichst geringem Risiko in Vollnarkose operiert werden kann.

Allgemeines zur Narkoseüberwachung

Wenn ein Tier operiert werden muss, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Schmerzausschaltung. Je nach Eingriff genügt eine lokale Betäubung (Lokalanästhesie) oder man benötigt eine Vollnarkose. Letztere kann als Arzneimittel in Muskel oder Vene gespritzt oder über eine Maske eingeatmet werden. Die Wahl des passenden Arzneimittels hängt von der Dauer und Art des Eingriffs sowie von der Fitness des operierten Patienten ab. Jede Vollnarkose geht – auch bei perfekter Durchführung – mit einem gewissen Risiko einher. Eine gute Narkoseüberwachung minimiert dieses Risiko.

Stadien der Narkoseüberwachung beim Tier

Vor der Operation

Zur Narkoseüberwachung gehört, dass der Tierarzt im Vorfeld bestimmte Fragen klärt:

Übrigens: Tiere sollten am besten nüchtern in Vollnarkose gelegt werden, was nur bei Notoperationen nicht immer einzuhalten ist. Viele Narkosemittel verursachen Übelkeit. Kommt es dann zum Erbrechen, könnten die Tiere das erbrochene Futter einatmen bzw. daran ersticken, was es möglichst zu verhindern gilt. Für Heimtiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen gilt dies nicht oder nur eingeschränkt. Ihr Magen-Darm-Trakt kommt mit Fastenperioden schlechter zurecht als der von Fleischfressern wie Hund und Katze, weswegen sie bis kurz vor der OP zumindest Heu fressen dürfen.

Während der Operation

Während das Tier in Narkose liegt, überprüft der Tierarzt regelmäßig verschiedene Parameter. Dazu zählen der Puls und die Atmung, der Blutdruck, die Körpertemperatur sowie die Sättigung des Blutes mit Sauerstoff. Auch die Konzentration von Kohlenstoffdioxid (CO2) in der ausgeatmeten Luft wird erfasst. Diese Daten geben einen guten Überblick darüber, wie es dem Tier geht. In gut ausgestatteten Tierarztpraxen und –kliniken gibt es zu diesem Zweck hochmoderne Technik, die sämtliche Parameter übersichtlich am Bildschirm darstellt. 
Das Wissen um die Kreislaufsituation des Tieres hilft, sogenannte Narkosezwischenfälle zu vermeiden. Sinkt z.B. die Sauerstoffversorgung ab, wird das Tier zusätzlich künstlich beatmet oder die Konzentration des Sauerstoffs in der zugeführten Atemluft wird erhöht. Möglicherweise sinkt die Herzfrequenz auch ab, was ein Zeichen für eine zu tiefe Narkose sein kann. Dann wird die Menge an Narkosemittel, die eingeatmet wird, reduziert. Die Narkosetiefe generell wird ebenfalls regelmäßig kontrolliert, wofür der Tierarzt das Funktionieren bestimmter Reflexe nutzt. Das Tier soll keine Schmerzen haben, gleichzeitig darf es nicht so tief in Narkose liegen, dass seine Vitalfunktionen wie Atmung und Herzschlag zu stark beeinträchtig werden.

Nach der Operation

Auch nach dem Eingriff werden die Tiere noch engmaschig betreut, bis sie wieder wach und aktiv sind. Dabei wird auf eine regelmäßige Atmung geachtet und das Tier warm gehalten, während es sich „ausschläft“. Da jede Narkose auch den Kreislauf beeinflusst, kann es zu einem Absinken der Körpertemperatur kommen, was besonders bei geschwächten Tieren vermieden werden sollte. Außerdem erhält es in der Regel ein dem Eingriff angepasstes Schmerzmittel, damit es nach dem Aufwachen keine zu starken Schmerzen spürt. Bei manchen Operationen ist ein leichter Schmerz jedoch erwünscht, damit sich das Tier nicht zu stark belastet. Gefressen werden sollte erst wieder nach dem vollständigen Aufwachen, um ein Verschlucken zu vermeiden.

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