Euthanasie (Einschläferung)

Der Begriff Euthanasie stammt aus den griechischen Wörtern „eu“ (zu deutsch: ,,gut’’, ,,richtig’’, ,,leicht’’, ,,schön’’) und „thanatos“ (zu deutsch: Tod). Damit ist das sanfte, schmerzlose Einschläfern eines Tieres gemeint. Die Euthanasie wird bei Hund, Katze und anderen Tieren nötig, wenn sie in ihrer Lebensqualität erheblich eingeschränkt sind und medizinische Hilfe nicht mehr möglich ist. Als Tiermediziner und Tierhalter sind wir durch das Tierschutzgesetz dazu verpflichtet, in ausweglosen Leidenssituationen durch die Euthanasie leidende Tiere zu erlösen

Aus diesen Gründen kann die Euthanasie beim Hund, bei der Katze und anderen Tieren notwendig sein: 

Unter Umständen gibt es auch Gründe, welche die Haltung des Tieres unmöglich machen (z.B. hochgradige Aggressivität des Tieres, Gefahr für Besitzer und Mitmenschen). 

Wann ein vernünftiger Grund zur Euthanasie bei Hunden, Katzen und anderen Tieren vorliegt, ist hierbei die zentrale Frage. Dies bleibt jedoch stets unaufhebbar eine Einzelfallentscheidung und sollte auf der Basis einer umfassenden Kommunikation zwischen Tierarzt und Tierhalter erfolgen.

Euthanasie Hund, Katze und andere Kleintiere- Woran erkenne ich, ob mein Tier leidet?

Tiere zeigen leider oft sehr spät, dass sie leiden, da sie in der Natur bei Anzeichen von Schwäche oder Krankheit schnell zum Opfer (anderer Raubtiere) werden würden.

Hinweise auf Tierleiden können sein:

Ablauf der Euthanasie bei Katzen, Hunden und anderen Kleintieren

Das Tier bekommt eine Narkose wie bei einer Operation. Nur ist diese Narkose sehr hoch dosiert und führt, nachdem das Tier ruhig eingeschlafen ist, zum Herzstillstand. Das Tier erleidet dabei keine Schmerzen.

Wir verwenden bei der Euthanasie von Tieren Präparate, die ausschließlich Narkotika (Narkose-Mittel) und/oder Barbiturate (Schlafmittel) enthalten und möglichst keine ,,Nebenwirkungen’’ verursachen, welche ein friedliches Einschlafen des Tieres verhindern könnten. Sehr ängstlichen oder abwehrbereiten Tieren muss eventuell vorher ein Beruhigungsmedikament  verabreicht werden.

Euthanasie Hund: Medikamente

Die Narkose beim Tier besteht aus verschiedenen Substanzen und Medikamenten, siehe oben.

Euthanasie Katze und Heimtiere: Medikamente

Für das Einschläfern von Katzen und Heimtieren werden die selben Präparate verwendet, wie auch beim Hund.

Merken die Tiere in dieser Situation, dass etwas nicht stimmt?

Bei der Euthanasie merken Katze und Hund nicht, dass etwas anders ist. Für sie ist es ein normaler Besuch beim Tierarzt. Ihr Besitzer ist meist aufgeregt oder sehr aufgewühlt. Das ist verständlich, schließlich müssen Sie Abschied vom geliebten Tier nehmen. Die Stimmungslage des Halters kann sich auf das Tier übertragen und es ebenfalls in eine Stresssituation versetzen. Als Besitzer sollte man daher versuchen, möglichst ruhig zu bleiben und einfach für das Tier da zu sein, indem man es z.B. streichelt. 

Soll ich mein Tier zu Hause oder in der Klinik einschläfern lassen?

Hier ein paar Gedankenanstöße, die bei der Entscheidung helfen können.

Einschläferung in der Praxis

Der Tierarzt hat in der Praxis bessere Arbeitsbedingungen und Assistenz , um das Tier ruhig einschläfern zu können.

Für das Tier ist es eine normale Situation, dass es in der Praxis behandelt wird. Man hat die Möglichkeit, das tote Tier vor Ort zu lassen, und muss sich nicht weiter um sein Begräbnis kümmern. Ein Hausbesuch zur Einschläferung wird zusätzlich berechnet.

Einschläferung zu Hause

Das Tier darf in seiner gewohnten Umgebung einschlafen, wobei das „Eindringen“ des Tierarztes in das Territorium des Tieres für dieses Stress bzw. Angst bedeutet.

Man kann das Tier gleich im Garten beerdigen, ohne es zuvor transportieren zu müssen.

Wenn das Tier nicht begraben werden kann/soll, muss der Tierkörper nachfolgend transportiert werden.

Was passiert mit meinem verstorbenen Tier?

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten:

Beseitigung durch die Praxis

Sie lassen ihr Tier in der Praxis, wo es dann von dem Personal eines Tierkrematoriums abgeholt wird. Da es mittlerweile gesetzlich verboten ist, die verstorbenen Tiere weiter zu verwerten, werden sie dort mit anderen Haustieren verbrannt.

Beerdigung im eigenen Garten

Wenn Sie nicht in einem Wasserschutzgebiet wohnen und einen eigenen Garten besitzen, dürfen Sie ihr Tier dort unter Einhaltung bestimmter Auflagen begraben.

Urnenbestattung

Sie lassen ihr Tier bei dem Tierarzt, wo es von einem Bestattungsunternehmen abgeholt wird. Sie können zwischen Einzel- und Gruppenverbrennung wählen. Auch entscheiden Sie, ob Sie die Asche ihres Haustieres in einer von Ihnen ausgesuchten Urne zugeschickt haben wollen oder nicht. Über weitere Einzelheiten lassen sie sich bitte vor Ort informieren.

Wer soll in der schweren Stunde dabei sein?

Grundsätzlich ist es für das Tier angenehmer, wenn eine vertraute Person dabei ist. Es spürt, wenn plötzlich etwas anders ist. Man sollte dem Tier das Gefühl geben, nicht alleine zu sein.

Soll ein neues Tier ins Haus?

Die Antwort auf diese Frage muss jeder für sich alleine finden. Die einen möchten zuerst ein wenig Abstand gewinnen, andere suchen Trost und Ablenkung, indem sie sich sofort einen neuen Gefährten an ihre Seite holen.

Man sollte sich aber einer Sache bewusst sein: Mit jedem neuen Tier holt man sich auch die Gewissheit einer weiteren, schmerzhaften Trennung mit ins Haus, aber auch die Freude, die man durch und mit einem Tier erfährt, wird einem niemand je nehmen können. 

Kosten - Euthanasie Hund, Katze und andere Tierarten

Wie andere tierärztliche Leistungen unterliegt auch die Euthanasie in Anlehnung an die  GOT Gebührenordnung für Tierärzte. Gerne informieren wir Sie in einem persönlichen Gespräch genauer über die Euthanasiekosten Katze und Euthanasiekosten Hund

Fazit - Euthanasie Hund, Katze und andere Tierarten

Um Tieren ein großes, unaufhebbares Leiden zu ersparen, ist die Einschläferung oftmals die letzte Lösung. Sie haben die Möglichkeit, Ihr Tier Zuhause oder in der Tierarztpraxis einschläfern zu lassen. Auch darüber, ob Ihr Tier bestattet, im Garten vergraben oder durch den Arzt beseitigt wird, können Sie entscheiden. 

© AniCura, Dr. Christine Nees