Was ist Autologes konditioniertes Plasma (ACP)?

Autologes konditioniertes Plasma ist ein Blutprodukt, bei dem das körpereigene Plasma des Patienten abgetrennt wird.

Der Tierarzt entnimmt mithilfe einer Nadel und einer speziellen Spritze eine kleine Menge Blut, die anschließend zentrifugiert wird. Dabei werden im Blutplasma enthaltene Thrombozyten und regenerative Wachstumsfaktoren getrennt und konzentriert.

Das Konzentrat der patienteneigenen Wachstumsfaktoren kann dann verwendet werden, um die Aktivierung und Bereitstellung von Zellen an einer Verletzung und somit die Heilung zu verbessern.

Dieses mit Thrombozyten und Wachstumsfaktoren angereicherte Plasma wird in den verletzen Muskel, die Sehne, das Band, das Gelenk oder die Wunde injiziert.
Eine ACP Behandlung dauert ca. 20 Minuten.

Welche klinischen und chirurgischen Anwendungen gibt es für Autologes konditioniertes Plasma?

Bei den meisten Verletzungen des Bewegungsappartes kann die Heilung durch ACP unterstützt werden.
Hierzu zählen Risse, Defekte, Abnutzung und Entzündungen in Muskeln, Sehnen und Bändern.
Außerdem kann ACP eine wirksame Ergänzung bei der chirurgischen Reparatur dieser Verletzungen sein.

Auch bei der Behandlung von Osteoarthrose hat ACP nachweislich einen besonders positiven Effekt auf Schmerzlinderung und Funktionalität. Sowohl für Tierärzte als auch Tierbesitzer ist die Möglichkeit einer autologen therapeutischen Option bei der Behandlung dieser weit verbreiteten Erkrankung ein sehr willkommener medizinischer Fortschritt.
Bei Hunden und Pferden kommt es häufig zu Wunden, die aus unterschiedlichen Gründen schlecht verheilen.
Hier liefert ACP Wachstumsfaktoren, welche die Heilung von solch komplizierten Wunden fördern.

Der Heilungsprozess

Die Heilung nach einer Verletzung besteht aus einer Reihe gut abgestimmter und komplexer Prozesse.
Hierbei spielen Proteine (d.h. Eiweiße) im Blut eine entscheidende Rolle, denn sie fördern die effektive Gewebereparatur. Eine Vielzahl der Proteine, die am Heilungsprozess beteiligt sind, stammen aus bestimmten Blutbestandteilen, den sogenannten Thrombozyten bzw. Blutplättchen.

Wenn es zu einer Verletzung kommt, werden die Thrombozyten aktiviert und sie beginnen, sich an der verletzen Stelle zu sammeln, um heilungsfördernde Proteine auszuschütten. Diese Proteine nennt man Wachstumsfaktoren. Das ist der erste Schritt im Heilungsprozess.

Seit vielen Jahren werden Blutprodukte in den unterschiedlichsten Therapieformen eingesetzt.
Neue Studien und Technologien haben die positiven Eigenschaften von Thrombozyten aufgedeckt und den Einsatzbereich von Blutprodukten bei orthopädischen Verfahren für die Veterinärmedizin bei Hunden, Katzen und Pferden ausgeweitet.

Autologes konditioniertes Plasma auf einen Blick

In der Human- und Veterinärmedizin wird ACP zur orthopädischen Behandlung eingesetzt:

© AniCura