Unter Kastration versteht man die Entfernung der Keimdrüsen, d.h. von Eierstöcken (Ovarien) oder Hoden (Testes), unter Sterilisation die Unterbindung der Ei- bzw. Samenleiter.

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Beides sind also Methoden der Unfruchtbarmachung, wobei bei der Sterilisation das Sexualverhalten komplett erhalten bleibt, d.h. bei der Hündin auch die Läufigkeit, bei der Katze die Rolligkeit.

Die Kastration erfolgt bei allen Tieren in einer Narkose, vor der sowohl Katze als auch Hund ca. 12 Stunden kein Futter erhalten sollten. Kleinsäuger hingegen müssen bis zum Operationszeitpunkt fressen.

Jedes Tier wird am Tag der Operation untersucht und bekommt einen Venenverweilkatheter. Die Art und Durchführung der Narkose kann von Tier zu Tier, von Tierarzt zu Tierarzt variieren, da es mehrere gleichwertige Verfahren gibt.

Sobald das Tier in Narkose liegt, wird das Operationsfeld beim weiblichen Tier und beim Rüden rasiert, wohingegen beim Kater nur die Haare am Hodensack gezupft werden. Dann wird das Operationsfeld gründlich desinfiziert. Auch der Operateur und seine Assistenz bereiten sich unter Beachtung der Hygienemaßnahmen auf die Operation vor.

Bei allen weiblichen Tieren ist die Kastration eine Bauchhöhlenoperation, bei der entweder nur die Eierstöcke (Ovarioektomie) oder die Eierstöcke und die Gebärmutter (Uterus) (Ovariohysterektomie) entfernt werden. Nur in dem Fall, dass die Gebärmutter krankhaft verändert ist, muss die letztgenannte Methode angewandt werden, ansonsten gibt es für beide Eingriffe Vor- und Nachteile, die im Einzelfall mit dem Tierarzt besprochen werden müssen. Beim Hund gibt es auch die Möglichkeit, die Kastration endoskopisch durchzuführen.

Nach Entfernung der Eierstöcke (und der Gebärmutter) wird zuerst die Bauchwand mit einer Naht verschlossen, danach die Unterhaut und zuletzt die Haut genäht. Auch hier gibt es verschiedenen Nahttechniken mit unterschiedlichem Material, die auf die Bedürfnisse das jeweiligen Tieres und seines Halters zugeschnitten sind.

Je nachdem aus welchem Grund kastriert werden soll raten wir bei der Hündin zu einer Kastration nach der ersten Läufigkeit. Je jünger eine Hündin kastriert wird desto geringer ist das Risiko an einem Mammatumor zu erkranken. Eine Kastration nach der 3. Läufigkeit bringt diesbezüglich allerdings nur noch einen zu vernachlässigenden Vorteil. Eine häufige Erkrankung der vor allem älteren Hündin ist eine Gebärmuttervereiterung (Pyometra), daran kann eine kastrierte Hündin nicht erkranken. Scheinträchtigkeiten können nicht mehr vorkommen.

Eine Kastration kann bei der Hündin auch unliebsame Nebenwirkungen mit sich bringen. So neigen die Hündinnen zu einer deutlichen Gewichtszunahme, es können Fellveränderungen vorkommen und das Risiko einer Harninkontinenz steigt. Die Harninkontinenz lässt sich meist medikamentell behandeln.

Bei den männlichen Tieren ist die Kastration deutlich einfacher und schneller, da nur der Hodensack (Skrotum) eröffnet werden muss. Man kann beide Hoden bei Hund und Katze über einen oder zwei Zugänge entfernen. Manche Kollegen entfernen auch den kompletten Hodensack aus optischen Gründen (selten gibt es hierfür medizinische Gründe).

Beim Heimtier und beim Hund  wird immer bedeckt kastriert, d.h. der Leistenspalt bleibt geschlossen, um Komplikationen nachfolgend zu vermeiden. Hierbei werden der Samenstrang und die Gefäße mit einem sterilen Faden abgebunden ohne den Processus Vaginalis zu eröffnen. Beim Kater gibt es zusätzlich zu dieser Methode auch die Möglichkeit ohne Fremdmaterial zu arbeiten, in dem man den Prozessus Vaginalis eröffnet und den Samenstrang mit den Gefäßen verknotet.

Die Naht erfolgt je nach Operationsmethode unterschiedlich und kann beim Kater komplett unterbleiben, da die Hodensackhülle sofort komplett verklebt.

Welche Kontrolltermine nach der Operation wahrgenommen werden müssen, sind mit dem Tierarzt vor Ort zu klären. Werden Fäden verwendet, die wieder entfernt werden müssen, ist dies in der Regel nach 10 bis 12 Tagen der Fall.

Wichtig ist, dass man ein Tier erst mit nach Hause nimmt, das wach und lauffähig ist. Man muss mit dem Tierarzt absprechen, wie man sicherstellt, dass das Tier nicht an der Wunde schleckt, um eine nachfolgende Wundinfektion oder das Herausziehen der Fäden zu vermeiden. Alle Tiere müssen ausreichend mit Schmerzmittel versorgt sein. Eine Antibiotikagabe ist nur in Ausnahmefällen nötig.

Bei Katzen sollte man im Voraus besprechen, ob eine Tätowierung zusätzlich zum implantierten Mikrochip sinnvoll ist.

© AniCura, Dr. Christine Nees