Die Gelenkspiegelung (Arthroskopie) bietet eine minimal-invasive Methode zur Diagnosestellung erkrankter Gelenke.

Wien (Breitensee)

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Erfreulicherweise gewinnt die Gelenkspiegelung (Arthroskopie) in der Kleintierorthopädie zunehmend an Bedeutung. Sie bietet eine minimal-invasive Methode zur Diagnosestellung an erkrankten Gelenken und im besten Fall kann während desselben Eingriffs gleich eine Behandlung durchführt werden.

Neben der geringen Verletzung von Haut und Weichteilen (Invasivität) bei der Arthroskopie ist ein wichtiger Vorteil gegenüber anderen diagnostischen Möglichkeiten die sehr gute Beurteilbarkeit des Gelenkknorpels und der Gelenksauskleidung. Die Strukturen im Gelenk (intraartikulären) werden deutlich vergrößert dargestellt, so dass bereits sehr dezente Verletzungen (Läsionen) gesehen und damit Diagnosen frühzeitig gestellt werden können. Durch die sehr kleinen Hautschnitte sind Wundheilungsstörungen als Folge von Arthroskopien quasi nicht existent, das Infektionsrisiko ist gegenüber einer Eröffnung des Gelenks (Arthrotomie) deutlich geringer.

Alle Gelenke der Vorder- und Hintergliedmaßen des Hundes können arthroskopiert werden. Alle Gelenke profitieren von einer Arthroskopie gegenüber einer Arthrotomie. Im Kniegelenk ist die Beurteilbarkeit der Kreuzbänder und der Menisken arthroskopisch um ein Vielfaches besser, bereits kleine Läsionen können festgestellt und behandelt werden. So ist es ein Leichtes bereits partielle Kreuzbandrisse zu diagnostizieren und frühzeitig zu behandeln und so ein Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen. Am Ellbogen findet die Arthroskopie vor allem Einsatz bei Tieren mit Ellbogengelenksdysplasie sowohl zur Diagnosestellung als auch zur Behandlung der verschiedenen Erkrankungen. Die Schulter wird häufig im Falle einer Bizepssehnenproblematik sowie Schulterinstabilitäten und einer Erkrankung der Gelenkfläche (Osteochondrosis dissecans) arthroskopiert. Eine Arthroskopie des Hüftgelenks kommt bei einer Hüftgelenksdysplasie zum Einsatz, um den Nutzen des operativen Verfahrens (Zwei- oder Dreifachbeckenosteotomie) abschätzen zu können. Auch an Sprunggelenk und Handgelenk kann eine Arthroskopie durchgeführt werden.

© AniCura, Dr. Nikola Medl