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Blutegeltherapie

Seit weit über zweitausend Jahren setzt der Mensch die Blutegel als Heilmittel ein. Sowohl in der chinesischen, indischen (Sushruta), arabischen und europäischen Medizin wurden sie in den unterschiedlichsten Krankheitsbildern eingesetzt. Die ‚Hirudo medicinalis‘ werden auch heute nach wie vor in der Medizin, wie auch in der Veterinärmedizin sowohl bei akuten als auch chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel in der Schmerztherapie, bei Arthritiden, Gelenksdegenerationen, Nervenentzündungen, Abszesse, Wunden, Ekzeme, Ohrhämatomen, etc. eingesetzt.

Sobald der Blutegel seine Saugstelle ausgesucht hat, drückt er seinen vorderen Saugnapf senkrecht von oben gegen die Haut und stülpt die Mundhöhle mit den Kiefern nach außen. Der mercedessternförmige Biss ist etwa 2mm tief und kann von der Schmerzhaftigkeit mit einem Insektenstich verglichen werden. Damit das Blut während des Saugakts nicht gerinnt, gibt der Blutegel über den Speichel mehrere gerinnungshemmende Inhaltsstoffe ab. Dadurch kann es auch zu Nachblutungen bis zu 20 Stunden kommen. Insgesamt werden zwischen 30 bis 100 verschiedene Substanzen über den Speichel übertragen welchen neben der gerinnungshemmenden auch entzündungshemmende, bakterizide- oder antithrombotische Wirkungen besitzen. 
Der Saugakt eines Blutegels kann bis zu 2 Stunden dauern und sollte auf keinen Fall invasiv beendet werden. Daher sollte man sich als Tierbesitzer reichlich Zeit für eine Therapie nehmen. Je nach Indikation kann dieser Vorgang 1 bis 2 in der Woche wiederholt und dann auf 1mal wöchentlich für 2 bis 3mal reduziert werden. Die Anzahl der Egel ist immer abhängig vom Gewicht des Patienten und der Größe der Egel selber. Die zu behandelnde Lokalisation muss nicht geschoren oder desinfiziert werden, da es den Blutegel eher irritiert. Die Nachblutung wird mittels eines lockeren Verbandes (KEIN Druckverband!) geschützt.