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Weichteilchirurgie


Die Weichteilchirurgie umfasst chirurgische Eingriffe, die die verschiedenen Körperorgane, Blut- und Lymphgefäße, die Haut und die Hautanhangsgebilde betreffen. Ebenfalls in dieses Gebiet gehören die häufig durchgeführten Routineoperationen von Darmverschluss, Magendrehung oder die Entfernung von Tumoren.

Operationen am Atmungstrakt

In diesen Bereich fallen die Versorgung von Verletzungen und die Entfernung von Fremdkörpern aus der Luftröhre und den Bronchien mit Hilfe des Bronchoskops. Auch Operationen und Behandlungen des Trachealkollaps mittels Einsetzen von Stents sowie die Lungenlappenentfernung zur Behandlung von Lungentumoren oder Lungenabszessen werden häufig durchgeführt.

 

Operationen am Herz-Kreislaufsystem

  • Verschluss des persistierenden Ductus arteriosus (PDA) bei Jungtieren
  • Korrektur eines die Speiseröhre einengenden Ligamentum arteriosum bei angeborener Gefäßmissbildung der Hauptschlagader
  • Katheterdilatation und/oder Operation zur Erweiterung einer Pulmonalklappenstenose
  • thorakoskopische oder offene Herzbeutelresektion bei Herzbeutelentzündung oder Herztamponade
  • Entfernung von Tumoren des rechten Herzohrs mit anschließender Chemotherapie

 

Bruchoperationen

Verschluss von Perinealhernien, angeborenen Herzbeutel-Zwerchfellhernien sowie Nabel-, Leisten- und Bauchwandbrüchen.

 

Operationen am Verdauungstrakt

Häufige Operationen betreffen die Entfernung von Fremdkörpern oder Tumoren mittels Endoskopie oder offener Chirurgie aus dem gesamten Verdauungstrakt. 

Weitere Indikationen sind:

  • Endoskopische Untersuchung und Biopsieentnahmen aus Speiseröhre, Magen, Dünn- und Dickdarm
  • Behandlung des Magendrehungs-Magendilatationskomplexes
  • Operation von Darmverschlüssen durch Darmeinstülpungen, -einschnürungen oder -verdrehungen
  • Operation seltener Mageneingangs- und Magenausgangsprobleme wie der Hiatushernie oder der Muskelhypertrophie im Pylorusbereich
  • Operation des Megakolons besonders bei der Katze

 

Operationen am Harnapparat

Die Entfernung von Steinen aus Harnblase, Harnröhre und Nierenbecken wird routinemäßig vorgenommen, ebenso Korrekturen der angeborenen Harnblasenschwäche bei Welpen oder ektopischer Harnleiter bei Hund und Katze. Weitere Operationen:

  • Zystoskopische Biopsieentnahmen
  • Versorgung von Harnleiter-, Blasen- und Harnröhrenverletzungen
  • Anlegen von Harnröhrenfisteln bei Katern und Rüden
  • Kolposuspension zur Behandlung der Inkontinenz bei Hündinnen
  • Entfernung einer Niere (Nephrektomie) bei unheilbarer Schädigung

 

Operationen am Geschlechtsapparat

Bei weiblichen Tieren werden außer der Kastration (mit oder ohne Laparaskopie) und der Entfernung von Eierstocks- und Gebärmuttertumoren vor allem folgende Operationen durchgeführt:

  • Laparoskopische Kastration kombiniert mit prophylaktischer Gastropexie zur Verhinderung einer späteren Magendrehung beim großen Hund
  • Operation der eitrigen Gebärmutterentzündung (Pyometra)
  • Kaiserschnitt mit und ohne Erhaltung der Fortpflanzungsfähigkeit
  • Korrektur der »gedeckelten Vulva« zur Behandlung chronischer Ekzeme um die Nuss der Hündin
  • Entfernung von Scheidentumoren und -polypen
  • Operation von Gesäugetumoren 

Bei männlichen Tieren werden häufig Kastrationen durchgeführt und-, kleinere Prostataabszesse und -zysten entfernt.

Außerdem:

  • Laparoskopische oder offene Operation des Kryptorchismus beim Rüden
  • Omentalisation zur Ausheilung großer Prostataabszesse und -zysten
  • Prostatektomie in ausgewählten Fällen von Prostatatumoren oder -verletzungen
  • Versorgung von Penisverletzungen 

 

Operationen von Milz, Leber und Bauchspeicheldrüse

Im Bereich von Leber, Milz und Pankreas werden mit Hilfe des Laparoskops Biopsien entnommen.Die Milz kann vollständig oder partiell entfernt werden (Splenektomie), ebenso tumorös veränderte Leberlappen oder Teile des Pankreas (auch nach Unfällen). Angeborene portosystemische Shunts innerhalb oder außerhalb der Leber werden verschlossen.

 

Operationen an der Haut und ihren Anhangsorganen

  • Wundversorgung je nach Wundtyp und Schweregrad
  • Plastische Chirurgie zum Verschluss großer Wunden nach Unfällen oder Tumorentfernungen: Nah- und Fernlappenplastiken, Axial- und Insellappenplastiken sowie freie Hautverpflanzungen
  • Entfernung von Haut- und Unterhauttumoren
  • Entfernung von Tumoren um die Afteröffnung

 

Operationen an den hormonbildenden Organen

Hierzu zählt vor allem die operative Entfernung von Tumoren der Schilddrüse, Nebenschilddrüse, Nebennieren und Bauchspeicheldrüse (Insulinom).

Innerhalb der Brusthöhle liegende Verengungen der Luftröhre stellen für betroffene Tiere (häufig kleinere Hunderassen) ein mit sehr qualvollem Husten verbundenes Krankheitsgeschehen dar. Das Einlegen eines sog. "Stents" aus einer Metalllegierung kann das Leben solcher Patienten wieder lebenswerter machen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Harnapparat

Die Entfernung von Nierenbeckensteinen stellt eine große chirurgische und narkosetechnische Herausforderung dar, da sie meistens sehr spät bemerkt werden und oft schon schwerwiegende internistische Schäden am betroffenen Organ ausgelöst haben.

Geschlechtsapparat

Die laparoskopische Kastration der Hündin ermöglicht die Entfernung der Eierstöcke über sehr kleine Operationswunden, bedarf einer gehobenen Austattung für Operationen und Anästhesie. Moderne Geräte, wie das hier dargestellte Ligasure®-Instrumentarium ermöglichen uns den sicheren Verschluss von Blutgefäßen bei deutlicher Verkürzung der Operations- und Narkosezeiten.

MilzLeber

Eine angeborene Verbindung zwischen den Blutgefäßen des Darms und dem Blutkreislauf ohne Passage der Leber wird als "portosystemischer Shunt" bezeichnet. Da auch bei strenger Diät Leberschäden auf Dauer nicht vermeidbar sind, müssen diese falsch angelegten Blutgefäße abgebunden werden. Im Bild ein Kontraströntgen, das einen sehr großen ps. Shunt bei einem Kätzchen zeigt. Das Blut aus dem Darmtrakt wird an der Leber vorbei in die hintere Hohlvene geleitet und führte bei dem Tier nach jeder Nahrungsaufnahme zu Kopfschmerzen und Bewegungsstörungen durch seinen hohen Ammoniakgehalt.