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Neurochirurgie


Die häufigsten Indikationen für neurochirurgische Eingriffe beim Kleintier sind Bandscheibenvorfälle, eingeklemmte Nervenwurzeln (an ihren Austrittsstellen aus der Wirbelsäule), Folgen von Quetschungen der Cauda equina (Kompressionssyndrom), Wirbelgleiten mit Reizung oder sogar Beschädigung des Rückenmarks und schließlich Rückenmarks- oder Gehirntumore. Wesentlich seltener muss an peripheren Nerven operiert werden. Auch auf diesem Gebiet wird in unserem Haus auf höchstem Niveau gearbeitet. Publikationen in Fachzeitschriften sowie Einladungen an Dr. Schwarz zu internationalen Fachbuchbeiträgen und zahlreichen Vorträgen im In- und Ausland belegen den Ruf unserer Klinik auf diesem Gebiet.

Der Klinikbetrieb unseres Hauses gewährleistet, dass die oftmals gelähmt zu uns gebrachten Patienten sowohl vor als auch nach ihren Operationen sorgfältig gepflegt werden können. Harn- und Kotabsatz, Schutz vor Wundliegen, Schmerztherapie und frühestmögliche Mobilisation stellen oft Herausforderungen dar, die nur von einem motivierten und gut geschulten Team bewältigt werden können.

Durch unsere bereits mehrjährigen Erfahrungen mit der Magnetresonanztomographie (MRT) können wir heute auf die wesentlich risikoreicheren Kontraströntgenaufnahmen des Rückenmarks (Myelographien) weitestgehend verzichten. Unser Hochfeld-MRT ermöglicht es sogar, Schnittbilder hervorragender Qualität sehr rasch zur Verfügung zu haben. Die Durchführbarkeit der von MRT- und CT-Untersuchung direkt in unserem Haus reduziert einerseits die Anästhesiezeiten beträchtlich, andererseits bietet sie den Vorteil, Abklärung, Befundung und – falls angezeigt – operative Versorgung während einer einzigen Narkose durchzuführen. Gerade bei der Diagnostik von Gehirnerkrankungen, wie Entwicklungsstörungen, Missbildungen, Tumoren oder entzündungsbedingten Veränderungen stellt die Magnetresonanzuntersuchung die bestmögliche Untersuchungsmethode und den Schlüssel zu einer erfolgreichen Therapie dar. Das Röntgen ist aus der diagnostischen Aufarbeitung neurologischer Patienten dennoch nicht wegzudenken. Übersichtsaufnahmen und Aufnahmen mit speziellen Lagerungstechniken werden bei fast jeder Abklärung eingesetzt.

Eingriffe am Rückenmark und an den Hirnhäuten im Schädel werden in der Tierklinik Hollabrunn nahezu ausschließlich mikrochirurgisch, also unter Verwendung eines Operationsmikroskops durchgeführt. Dies reduziert die bei jeder Operation unvermeidlichen Gewebstraumen und verbessert die Erholungszeiten unserer Patienten in vielen Fällen beträchtlich. Auch die speziellen auf Neurochirurgie zugeschnittenen Narkoseprotokolle und die physiotherapeutische Beratung für die postoperative Phase tragen zu einer schnelleren Rekonvaleszenz bei.

 

Die wichtigsten neurochirurgischen Operationsmethoden, die bei uns routinemäßig durchgeführt werden, sind:

  • Entfernung von Bandscheibenvorfällen im Brust- und Lendenwirbelsäulenbereich mittels Mini-Hemilaminektomie und/oder Korpektomie.

 

  • Operation von Bandscheibenvorfällen im Halswirbelsäulenbereich durch ventrale Spondylektomie („ventral slot“), seitliche Foraminotomie oder dorsale Laminektomie oder Hemilaminektomie.

 

  • Druckentlastung der Cauda equina durch Laminektomie oder seitliche Foraminotomie

 

  • Behandlung der instabilen hinteren Halswirbelsäule bei großen Hunden („Wobbler-Syndrom“) durch Druckentlastung und Stabilisierung mittels Verblockung der gleitenden Wirbel

 

  • Entfernung von gutartigen Tumoren aus dem Wirbelkanal

 

  • Entfernung von Hirnhauttumoren aus Rückenmarks- und Gehirnbereich, was besonders bei betroffenen Katzen mit extrem hoher Langzeit-Erfolgsaussicht durchführbar ist.

Das Computertomogramm zeigt einen Bandscheibenvorfall zwischen dem 2. und 3. Lendenwirbelbereich bei einer neunjährigen Mischlingshündiin. Die Patientin war zum Operationszeitpunkt nicht mehr stehfähig, konnte aber durch die Operation vollständig geheilt werden.

Schema einer Minihemilaminektomie (Pedukulektomie): Das Rückenmark und die Nervenwurzel können ganz gezielt freigelegt werden, ohne dabei die stabilisierenden Gelenkfortsätze der beiden Nachbarwirbel entfernen zu müssen. 

meningiom

Nahezu walnussgroßer Hirnhauttumor (Meningiom) bei einer 10-jährigen Katze. Der Tumor konnte unter dem Operationsmikroskop vollständig entfernt werden und die Katze geheilt werden.

cauda equina

Cauda equina - Kompressionssyndrom bei einem 10-jährigen Deutschen Schäferhund. Die Magnetresonanztomographie-Darstellung lässt die degenerierte Bandscheibe zwischen dem 7. Lendenwirbel und dem Kreuzbein sowie die eingequetschten Nervenwurzeln sehr gut erkennen. Die Operation führte zu dauerhafter Beschwerdefreiheit.