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Augenheilkunde


Augenspezialist - warum?                                                             Ebenso wie in der Humanmedizin erfordern richtige Diagnostik und Therapie einer Augenerkrankung fundiertes Wissen und Erfahrung im Fachbereich.

Eine dreijährige Ausbildung, die sich ausschließlich der Ophthalmologie (Augenheilkunde) widmet und mit einer Prüfung abschließt, soll dies gewährleisten. Die Ausbildung erfolgt nach dem internationalen Standard des ECVO (European College of Veterinary Ophthalmologists) und das erfolgreiche Ablegen der Prüfung berechtigt, den Titel „Diplomate ECVO“ (Diplomate of the European College of Veterinary Ophthalmologists) zu tragen.
Die Leiterin unserer Augenabteilung, Frau Dr. Sabine Wacek, ist Diplomate ECVO und durch Veröffentlichungen und Vorträge im In- und Ausland bekannt.

 

Die Augenuntersuchung

Die Augenuntersuchung erfolgt in einem abgedunkelten Raum, um störendes Umgebungslicht auszuschalten. Sie ist weder belastend noch mit Schmerzen verbunden. Es ist jedoch notwendig, das der Besitzer oder eine Hilfsperson den Kopf des Tieres locker fixiert, um eine Untersuchung zu ermöglichen.

Zu Beginn werden zunächst in einem Gespräch mit dem Tierbesitzer (Anamnese) alle Details der Vorgeschichte erfragt. Oft erscheinen die Fragen unwichtig. Häufig sind es jedoch die für den Nicht-Mediziner nebensächlich wirkenden Gegebenheiten, die für den Arzt ausschlaggebend sein können.

Mithilfe einer Spaltlampe (Handspaltlampen-Biomikroskop) werden zunächst die Augenumgebung, sodann von außen nach innen fortschreitend die verschiedenen Augenmedien untersucht. Sollen Linse, Glaskörper und Netzhaut näher untersucht werden, müssen in der Regel spezielle Augentropfen (Tropicamid) verabreicht werden, die nach etwa 20-30 Minuten zu einer Weitstellung der Pupille (Mydriase) führen. Diese verschwindet nach 1-12 Stunden wieder. Die Netzhaut wird mit einem indirekten Kopfbandophthalmoskop untersucht. Das durch eine Sammellinse gesehene Bild des Augenhintergrundes wird seitenverkehrt und auf dem Kopf stehend gesehen.


Weiterführende Untersuchungen

Eine Verletzung der Hornhaut kann mit einem Farbstoff (Fluorescein) dargestellt werden: Die betroffenen Stellen färben sich grün an. Der Farbstoff wird nach kurzer Zeit wieder durch die Tränenflüssigkeit ausgewaschen.

Der Augeninnendruck wird mit Hilfe eines Applanationstonometers gemessen. Dazu wird ein Lokalanästhetikum eingetropft und mit der Spitze des Gerätes mehrmals sanft die Hornhaut berührt. Das Gerät berechnet dann aus dem Grad der „Eindrückbarkeit“ der Hornhaut einen Wert (Einheit: Millimeter Quecksilbersäule, mm Hg). Der normale Wert liegt bei Hund und Katze zwischen 8 und 25 mmHg. Eine Erniedrigung spricht für eine Entzündung im Auge und eine Erhöhung für einen grünen Star.

Wird eine Veränderung des Kammerwinkels – das ist die Struktur, in der die im Auge zirkulierende Flüssigkeit abläuft – vermutet, so kann eine Gonioskopie durchgeführt werden. Hier wird, ebenfalls nach Eintropfen eines Lokalanästhetikums, eine Linse auf die Hornhaut gesetzt und mit einer Lichtquelle der Kammerwinkel betrachtet. Veränderungen können ebenfalls zu einem grünen Star führen.
Muss die Innenseite der Nickhaut untersucht werden, weil etwa ein Fremdkörper vermutet wird, so wird nach Eintropfen eines Lokalanästhetikums mit Hilfe einer speziellen Bindehautpinzette die Nickhaut erfasst und vorgezogen. Dieser Vorgang sieht für den Laien zwar sehr drastisch aus, ist aber nicht schmerzhaft. Kommt es zu Abwehrbewegungen, so sind diese auf ein „Sehen“ der Prozedur zurückzuführen.

Tupferproben oder Biopsien können entnommen werden, um einen bestimmten Krankheitserreger zu identifizieren oder einen Tumor (Neoplasie) auszuschließen.

 

Die Vorsorgeuntersuchung

Bei Tieren, die für die Zucht genutzt werden sollen, ist es sinnvoll, eine Untersuchung auf erbliche Augenerkrankungen („Zuchtuntersuchung“) durchführen zu lassen. Dies soll gewährleisten, dass Erbkrankheiten in einer Population nicht zu einem Problem werden können. Bei gewissen Hunde- und Katzenrassen ist eine solche Untersuchung vom Zuchtverein vorgeschrieben und muss in 1-2 jährlichem Abstand vorgewiesen werden.

Die Untersuchung darf nur von qualifizierten und vom European College of Veterinary Ophthalmologists (ECVO) anerkannten Tierärzten durchgeführt werden. Es wird im Anschluss an die Untersuchung ein spezielles Augenzertifikat ausgestellt. Jeweils ein Durchschlag bekommen der Tierbesitzer, der Zuchtwart, der Untersucher und die statistische Auswertungsstelle des AKVO (Arbeitskreis Veterinärophthalmologie). Die Entscheidung, ob der Züchter mit einem von einer erblichen Erkrankung betroffenen Tier züchten darf, wird vom Zuchtwart des jeweiligen Klubs getroffen.

 

Operationen am Auge

Bei einigen Erkrankungen reicht die Gabe von Medikamenten nicht aus, um eine Heilung zu erreichen.

Häufige Erkrankungen, die eine Operation am Auge notwendig machen:

  • Lidfehlstellungen
  • Fehlerhafte Bewimperung
  • Erkrankungen der Hornhaut
  • Linsentrübung („grauer Star“, Katarakt)
  • Lageveränderung der Linse (Linsenluxation)

Speziell für die Operation des grauen Stars (Phacoemulsifikation) sind spezielle Geräte und Routine in der Operationstechnik notwendig, um die Prognose zu optimieren.

Weitere Informationen zur Tieraugenheilkunde und auch zu Frau Dr. Wacek, Diplomate ECVO, finden Sie unter www.tieraugen.at.

Opthalmologie

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